
Blumen in einer verzierten Vase
Details
Die Geschichte
Oben im Strauß sind eine Sonnenblume und ein Schlafmohn auffällig einander zugewandt, und in den 1670er Jahren hatten beide Blumen eine Bedeutung. Die Sonnenblume, die sich stets nach der Sonne dreht, stand in der Literatur des 17. Jahrhunderts für den frommen Christen, der Christus in allem folgt. Der Mohn, der das Licht meidet, wurde mit Dunkelheit und Nacht verbunden. Maria van Oosterwijck war für ihre Frömmigkeit bekannt, und das Mauritshuis hält es für kaum denkbar, dass sie die beiden ohne Absicht einander gegenüberstellte, eine schlüssige Erklärung hat allerdings noch niemand gefunden. Auch sonst ist der Strauß ungewöhnlich. Er enthält Thymian, Wiesenkerbel, Rittersporn, Porzellanblümchen und Eisenhut, Pflanzen, die man auf Gemälden selten sieht, und keine einzige Tulpe. Die Vase ist mit Putten, Ziegen und Weinranken verziert, und auf ihrem Deckel ist eine kleine badende Venus so gedreht, dass sie die Blumen anzuschauen scheint. Viel vom Blattwerk hat sich mit der Zeit verfärbt, sodass der Strauß einen Großteil seiner Tiefe verloren hat.


