
Ganzfigurenbildnis Johann Moritz’ (1604–1679), Graf von Nassau-Siegen
Details
Die Geschichte
Als diese Terrakottafigur 1727 entstand, war Johann Moritz von Nassau-Siegen schon fast 50 Jahre tot. Der Bildhauer zeigt ihn als Gouverneur der niederländischen Kolonie in Brasilien, ein Amt, das er von 1637 bis 1644 innehatte, und hielt sich dabei an einen Stich aus dem Buch über diese brasilianischen Jahre, das der Graf bei dem Gelehrten Caspar Barlaeus in Auftrag gegeben hatte und das 1647 erschien.
Mit rund 35 Zentimetern Höhe war sie wohl das Modell für eine lebensgroße Statue, doch eine größere Fassung ist nicht bekannt. Auf dem Sockel stehen das Datum und die ineinander verschlungenen Buchstaben IVL. Das Mauritshuis schreibt die Figur Jan van Logteren aus Amsterdam zu, obwohl Jan 1727 erst 18 war und noch in der Werkstatt seines Vaters Ignatius van Logteren arbeitete, der dieselben Initialen trug, und manche Verzeichnisse nennen beide. Der Kunsthändler Robert Noortman schenkte sie dem Museum im Jahr 2000.