
Edvard Munch · PD
Helge Rode
Details
Die Geschichte
Um 1908 lebte Munch in Kopenhagen und zerbrach allmählich. Jahre des Trinkens, der Erschöpfung und des Verfolgungswahns hatten ihn eingeholt, und in jenem Herbst ließ er sich freiwillig in die Nervenklinik des Arztes Daniel Jacobson aufnehmen, wo er etwa acht Monate blieb und, nach eigenen Worten, sein Leben wieder in Ordnung brachte. Dieses Bildnis des dänischen Dichters und Dramatikers Helge Rode gehört in jene Kopenhagener Jahre. Die beiden verkehrten seit Langem in denselben skandinavischen literarischen Kreisen. Munch besaß ein Exemplar von Rodes Theaterstück von 1898, dessen Titel, Der Tanz geht weiter, an sein eigenes früheres Gemälde Der Tanz des Lebens anklingt. Rode ist rasch festgehalten, in lockeren, nervösen Strichen, das Gesicht von wenigen sicheren Setzungen getragen statt von sorgfältiger Ausarbeitung, so wie Munch in diesen Jahren die Menschen um sich herum malte. Die Leinwand befindet sich heute im Munch-Museum in Oslo, unter den Werken, die der Künstler selbst behalten und der Stadt bei seinem Tod vermacht hat.




