
Jäger und eine Wirtin in einem Wirtshaus
Details
Die Geschichte
Als dieses Bild um 1650 entstand, lag der lange Krieg mit Spanien erst zwei Jahre zurück. Ludolf de Jongh, damals einer der gefragtesten Genremaler Rotterdams, wandte sich gerade von den rauchigen Wachtstuben voller müßiger Soldaten einer behaglicheren Welt zu. Hier ist diese Welt eine Landschenke. Eine Jagdgesellschaft ist vom Feld hereingekommen, und die Wirtin steht mitten unter den Männern und schenkt ihnen ein. Die Jagd war in der niederländischen Republik nicht jedermanns Sache. Das Recht darauf hing an Grundbesitz und Rang, und so wirken die rastenden Jäger wie Männer von einigem Ansehen, die ihre Muße genießen. De Jongh entwickelte die Szene aus den caravaggesken Wirtshausbildern von Malern wie Jacob Duck, deren Lichtführung und derbes Personal er gut kannte. Keine zehn Jahre später ließ er solche Schenken ganz fallen und malte dieselbe Gesellschaft im Freien, auf eleganten Jagden.