
Marie Bashkirtseva · PD
Im Nebel
Details
Die Geschichte
Als sich 1910 in Wien die Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs gründete, zeigte sie noch im selben Herbst ihre erste Ausstellung in der Secession, einen Überblick über die Kunst von Frauen aus mehreren Jahrhunderten. Marie Bashkirtseff, 1884 gestorben, war darin vertreten. Ihr nach dem Tod veröffentlichtes Tagebuch hatte sie für viele junge Künstlerinnen zum Vorbild gemacht. Die Vereinigung erwarb dieses kleine Bild und schenkte es der Modernen Galerie, dem heutigen Belvedere. Gemalt hatte sie es 1882 am Rand von Paris. Eine breite Straße biegt in den Nebel ab, der eine spitze Turmhaube und die Häuser hinter einem eingezäunten Hof verschluckt, wo Pferde neben einem Wagen stehen. Laternenmasten, ein paar dunkle Gestalten und ein Passant mit Schirm, mehr Leben gibt es nicht, bis auf eine kleine orangefarbene Flamme, deren Rauch quer durch die Bildmitte zieht.