
Aleksander Gierymski · PD
Jüdin mit Orangen
Details
Die Geschichte
Gierymski malte um 1880 in Warschau eine arme jüdische Straßenhändlerin, die zwei Körbe mit Orangen trägt. Nichts ist beschönigt: das abgetragene Kleid, die Haube, das müde, gefasste Gesicht einer Frau, die der Maler auf der Straße gesehen und ernst genommen hatte. Das Bild gehört zu den bekanntesten Werken des polnischen Realismus. Im Zweiten Weltkrieg raubten deutsche Besatzer das Gemälde, und danach galt es jahrzehntelang als verschollen. Erst 2010 tauchte es auf einer Auktion in Norddeutschland wieder auf. Nach Verhandlungen kehrte es 2011 ins Nationalmuseum in Warschau zurück. Aus dem dunklen Hintergrund heben sich vor allem die leuchtenden Orangen in den Körben hervor, der einzige helle Farbfleck bei dieser stillen, ärmlichen Gestalt.

