
Juda und Tamar
Details
Die Geschichte
Unten links steht die Signatur, F. Bol fecit, und die Jahreszahl 1644. Bol war Ende zwanzig und hatte Rembrandts Werkstatt wenige Jahre zuvor verlassen. Die Geschichte steht im ersten Buch Mose. Tamar ist von zwei Söhnen Judas verwitwet, und Juda schiebt sein Versprechen, sie mit dem dritten zu verheiraten, immer weiter hinaus. Da verhüllt sie sich und wartet am Weg, und Juda hält sie für eine Dirne und begehrt sie. Weil er nichts zum Bezahlen bei sich hat, lässt er ihr ein Pfand, Siegelring, Stab und Armbänder, und genau dieser Augenblick ist hier gemalt. Als Monate später bekannt wird, dass Tamar schwanger ist, und sie verbrannt werden soll, schickt sie ihm eben diese Dinge zurück, und Juda muss zugeben, dass sie gerechter war als er. Das Museum liest in den Gesichtern Judas unruhiges Verlangen und Tamars kühle Entschlossenheit.
Erkannt wurde das Thema nicht immer. Bei einer Londoner Auktion 1894 hieß das Bild Der Ehevertrag, und als Maria Antoinette Evans aus Boston es 1915 dem Museum zum ersten Mal lieh, lief es unter dem Titel Ruth und Boas.




