
Der Engel inspiriert Judith
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Die Geschichte
Nach Caravaggio malte man Judith gern im Augenblick der Tat, bei der Enthauptung des Holofernes. Dal Sole, so das Museum, setzt an die Stelle dieser Unmittelbarkeit ein höfisches, psychologisches Vorspiel. Judith, die Witwe aus Betulia, wird dem assyrischen Feldherrn vorgestellt, und der Engel an ihrer Seite flüstert ihr ein, wie sie sich verhalten soll.
Der Engel hat eine Grundlage im Text. In der lateinischen Bibel, die man zu Dal Soles Zeit las, kehrt Judith heim und sagt, der Engel des Herrn habe sie behütet, auf dem Hinweg, dort und auf dem Rückweg. Der Bologneser Maler, einer der gefeiertsten seiner Stadt, hielt sich 1697 in Verona auf und malte das Bild für die Giusti, die Familie, deren Palast und Renaissancegarten jenseits des Flusses gegenüber der Altstadt liegen. Keine hundert Jahre später bewunderte Goethe dort die Zypressen. Ins Museum kam das Gemälde als Geschenk der Cassa di Risparmio di Verona, der städtischen Sparkasse.