
Krater mit Steinböcken beiderseits einer Palme
Details
Die Geschichte
Im Januar 1895 entdeckte Ahmet Effendi Mostaixakis, der Lehrer des türkischen Dorfes Ligortyno im Süden Mittelkretas, am Hang nahe seinem Dorf ein Kammergrab. Kreta gehörte damals noch zum Osmanischen Reich. Später fand man daneben ein zweites Grab, und an dessen hinterem Ende, gegenüber dem Eingang, stand dieser Krater. Arthur Evans sah sich die Funde 1896 an, Jahre bevor er in Knossos grub. Gekauft hat sie aber der französische Gelehrte Charles Clermont-Ganneau für die Académie des Inscriptions in Paris, und im November 1896 kamen sie in den Louvre.
Auf der Hauptseite richten sich zwei kretische Wildziegen, Agrimia, zu beiden Seiten einer Palme auf, auf der ein Vogel sitzt, umgeben von Blumen und einem Fisch. Die eine ist jung, die andere älter und bärtig, und neben ihr steht ein kleines Zicklein. Die Archäologin Anna Lucia D'Agata deutet die drei Lebensalter als Generationen einer Familie, ein passendes Bild für ein Grab.
Der Louvre datiert den Krater ins 14. Jahrhundert vor Christus. D'Agata setzt ihn etwas später an, an den Beginn des 13. Jahrhunderts.