
Lakonischer plastischer Aryballos in Gestalt eines bärtigen Männerkopfes
Details
Die Geschichte
Das ist ein Männerkopf mit Schnurrbart, spitzem Bart und eng gelocktem Haar, keine zehn Zentimeter hoch, die Gesichtszüge und das Haar mit schwarzer Farbe nachgezogen. Am Hinterkopf hat der Töpfer einen Phallus angebracht. Das kleine Gefäß ist ein Aryballos, ein Fläschchen für parfümiertes Öl, wie es griechische Männer vor allem beim Sport auf die Haut rieben. Ein Teil der Mündung fehlt.
Gemacht wurde es um 570 v. Chr. in Lakonien, dem Land um Sparta. Spätere griechische Autoren beschrieben Sparta als Stadt von Soldaten ohne Sinn für Luxus, und dieses Bild hält sich bis heute. In jenen Jahrzehnten aber produzierten lakonische Werkstätten feine bemalte Keramik, Bronzen und Elfenbeinschnitzereien, und manches davon ging über das Meer. Kopfgefäße und Tierfiguren dieser Art stellten im 6. Jahrhundert v. Chr. mehrere griechische Zentren her. Dieses Stück gehörte dem Antiken- und Münzhändler Jacob Hirsch, aus dessen Sammlung es der Louvre 1921 erwarb.