
Dame von Auxerre
Details
Die Geschichte
Um 630 vor Christus gehörten die Bildhauer Kretas zu den ersten Griechen, die stehende Figuren aus Stein meißelten, und sie übernahmen bereitwillig Vorbilder aus Ägypten und dem Vorderen Orient. Das zeigt ihr Haar, das in waagerechten Stufen fällt wie eine ägyptische Perücke. Man nennt diesen Stil dädalisch, nach Daidalos, dem sagenhaften Kunsthandwerker Kretas. Das lange Gewand trägt eingeritzte Mäander und Schuppen, und auf der Brust haben sich Reste roter Farbe erhalten.
Wie die Figur nach Frankreich gelangte, ist unbekannt. Sie gehörte Édouard Bourgoin, einem Pariser Künstler und Händler, der sich in die Gegend von Auxerre zurückgezogen hatte. Bei der Versteigerung nach seinem Tod 1895 soll der Hausmeister des städtischen Theaters sie für einen Franc als Bühnenrequisit gekauft haben. 1907 entdeckte der Archäologe Maxime Collignon sie im Eingangsbereich des Museums von Auxerre, und 1909 kam sie im Tausch in den Louvre.