
Claude Monet, Lilas, Temps gris, 1873. Wikimedia Commons. · PD
Flieder bei grauem Wetter
Details
Die Geschichte
Im Frühjahr 1872 hatte sich Monet gerade in ein gemietetes Haus in Argenteuil flussabwärts von Paris eingerichtet und stellte seine Staffelei im eigenen Garten auf. Den blühenden Flieder malte er von derselben Stelle aus gleich zweimal, eine Leinwand unter klarem Himmel, diese unter einem grauen, bedeckten. Das Licht wirkt flach, und die im Schatten ruhenden Figuren gehen fast im Laub unter. Wer genau hinsieht, kann sie zwischen den Zweigen kaum zählen. Es war eines der ersten Male, dass er dasselbe Motiv bei wechselndem Wetter bewusst durcharbeitete, nur um zu sehen, was das Licht macht. Zehn Jahre später wurde diese Gewohnheit zu seiner Methode, mit den immer wieder gemalten Heuhaufen und Kathedralen. Hier ist es noch ein stiller Nachmittag unter den Blüten.




