
Rogier van der Weyden · PD
Stehende Madonna
Details
Die Geschichte
Lange galt diese kleine Tafel als eines der frühesten Werke Rogier van der Weydens und wurde um 1430 datiert. Das Kunsthistorische Museum setzt das Diptychon heute um 1451 an, als Rogier längst ein etablierter Meister in Brüssel war. Die Muttergottes steht in einer flachen steinernen Nische und stillt das Kind. Wer den geschnitzten Bogen darüber betrachtet, findet ihn dicht besetzt mit winzigen Figuren, die grauen Stein vortäuschen: Gottvater ganz oben, die Taube des Heiligen Geistes, Adam und Eva an den Seiten, die ganze Heilsgeschichte in ein Portal gedrängt. Wer die frühe Datierung vertrat, sah das Gewicht und die Detailfülle von van Eycks großem Genter Altar auf dieser kleinen Tafel lasten. Es ist die linke Hälfte eines Diptychons. Der rechte Flügel mit der heiligen Katharina galt stets als schwächer und wird gewöhnlich seiner Werkstatt zugeschrieben.




