
Frederick Sandys · PD
Maria Magdalena
Details
Die Geschichte
In seiner ganzen Laufbahn malte Frederick Sandys nur eine einzige biblische Gestalt, und das ist diese. An der kleinen Tafel arbeitete er zwischen 1858 und 1860, auf dem Höhepunkt der präraffaelitischen Jahre, als die englischen Maler nach scharfem Detail und satter, flächiger Farbe strebten. Maria Magdalena steht vor einem grünen Damast, dessen Muster an eine Tapete erinnert, und hält ein Alabastergefäß mit Salböl. Dieses Gefäß verrät, wer sie ist. Die Überlieferung verschmolz sie mit der Sünderin aus dem Lukasevangelium, die Christus die Füße salbte, und das Salböl wurde zu ihrem Zeichen. Sandys war eng mit Rossetti befreundet und malte viele auffallende Frauen, doch hier galt seine Aufmerksamkeit einem religiösen Gegenstand und nicht einer Schönheit oder einer Sage. Die Tafel zeigte er 1860 in London und kehrte nie wieder zu einem biblischen Thema zurück.

