
Lucas Cranach the Elder · PD
Die Melancholie
Details
Die Geschichte
Cranach malte dieses Bild 1532 in Wittenberg, wo er eine große Werkstatt führte und eng mit Martin Luther befreundet war. Die sitzende geflügelte Frau, die gedankenverloren an einem Stock schnitzt, ist die Melancholie selbst, teils übernommen aus einem berühmten Kupferstich, den Albrecht Dürer 18 Jahre zuvor geschaffen hatte. Doch Cranach fügt etwas Dunkleres hinzu. Oben in der schwarzen Wolke reitet eine Schar Hexen auf Böcken und Ebern durch die Luft, und darunter stürzt ein ganzes Heer von den Pferden, ohne dass ein Feind zu sehen wäre. Die Angst vor Hexerei war damals real und wuchs, und Luther selbst nannte die Melancholie ein Bad des Teufels, eine Stimmung, der man widerstehen müsse. Im Vordergrund treiben drei nackte Kinder eine große Kugel durch einen Reifen, ruhig und ahnungslos gegenüber dem Sturm über ihnen.




