
Willem Pieterszoon Buytewech · PD
Fröhliche Gesellschaft
Details
Die Geschichte
Wer heute in der Berliner Gemäldegalerie vor diesem Bild steht, sieht es wieder so, wie Buytewech es gemalt hat, und das war lange nicht selbstverständlich. Links, unter dem großen Federhut, hält ein Kavalier einen Tonkrug vor sich und uriniert hinein, die Hand diskret davor. Einem späteren Besitzer war das zu anstößig. Er ließ den Krug übermalen, sodass die gewölbte Hand plötzlich auf einer Stuhllehne lag. Ein anderer, vermutlich im 19. Jahrhundert, tilgte die Austernschalen auf den Dielen und ließ das Landschaftsbild an der Rückwand um ein Drittel verkleinern. Entstanden ist die Szene zwischen 1622 und 1624 in Rotterdam, in den letzten Lebensjahren des Malers, als die moralisierende Literatur das Luderleben der holländischen Wohlstandsjugend schalt. Lange galt das Bild als Werk des Haarlemer Malers Dirck Hals, eines Bruders von Frans Hals, denn Gemälde von Buytewech kannte man kaum. Nur acht sind bis heute gesichert.


