
Oinochoe mit Opferszene
Details
Die Geschichte
Diese kleine Weinkanne entstand in Athen in den Jahren um 430 bis 425 v. Chr., als die Stadt mit Sparta im Krieg lag und gerade von der Seuche heimgesucht worden war. Das Bild darauf zeigt einen alltäglichen Vorgang der athenischen Religion. An einem steinernen Altar, dessen Flammen mit weißer und gelber Deckfarbe aufgesetzt sind, gießt ein junger Mann im Mantel aus einer flachen Schale ein Trankopfer. Ihm gegenüber hält ein nackter Jüngling einen langen Spieß mit vier Fleischstücken über das Feuer. Beim griechischen Opfer wurden so meist zuerst die Eingeweide gebraten und von den Teilnehmern gleich an Ort und Stelle verzehrt. Ein dritter Jüngling steht etwas abseits und stützt sich auf seinen Stab, alle drei tragen Laubkränze. Über dem Mann mit der Schale schrieb der Maler einen Namen, Pythodelos, in der Art der Lieblingsinschriften, mit denen attische Vasenmaler schöne junge Männer priesen.
Gefunden wurde die Kanne 1829 in Vulci in Etrurien, bei den Grabungen Lucien Bonapartes, eines Bruders Napoleons, und der Louvre kaufte sie 1879.