
Paul Signac · PD
Opus 217. Auf dem Email eines von Takten und Winkeln, Tönen und Farbtönen rhythmisierten Grundes, Bildnis des M. Félix Fénéon im Jahr 1890
Details
Die Geschichte
Félix Fénéon war der Kritiker, der 1886 das Wort Neoimpressionismus prägte für das, was Signac und Seurat mit ihren winzigen Punkten reiner Farbe trieben, und Signac malte dieses Bildnis als Dank. Fénéon steht im scharfen Profil, eine Blume in der Hand, und die Spitze seines Kinnbarts nimmt den Wirbel auf, der hinter ihm kreist. Dieser kaleidoskopische Grund stammt von einem japanischen Holzschnitt aus Signacs eigener Sammlung und wurde dann zur damaligen Mode hin gedrängt, zu den Theorien, die Farbe mit Empfindung verbanden. Der absurd lange Titel, mit seinem Gerede von Takten, Winkeln, Tönen und Tinten, ist halb Scherz und halb ernste Behauptung, Malerei lasse sich als System errichten. Fénéon war überdies ein überzeugter Anarchist, der vier Jahre später nach einem Bombenanschlag vor Gericht stand. Die Rockefellers schenkten das Bildnis 1991 dem Museum of Modern Art in New York.




