
Orpheus bezaubert die Tiere
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Die Geschichte
Um 1640, als Aelbert Cuyp etwa 20 Jahre alt war, brachten niederländische Handelsfahrten Beschreibungen, Bilder und manchmal lebende Tiere aus Asien, Afrika und Amerika nach Hause. In diesem frühen Bild griff Cuyp eine Geschichte auf, die der römische Dichter Ovid erzählt, von Orpheus, dem Sänger der griechischen Sage, dessen Musik wilde Tiere besänftigte, und gab ihm ein Publikum aus dieser wachsenden Welt. Die Landschaft ist holländisch, mit Stieren, Ziegen und Katzen, und zwischen ihnen stehen Jaguare, ein Kamel, ein Elefant und ein Strauß. Das Museum nimmt an, dass Cuyp einige dieser Tiere lebend gesehen und andere nach Stichen und Büchern studiert hat. Gerade in jenen Jahren wurde eine asiatische Elefantenkuh namens Hansken durch niederländische Städte geführt, und Rembrandt zeichnete sie 1637. Das Museum liest auch eine politische Aussage aus dem Bild, die Macht des Orpheus über die Tiere als Sinnbild für die weltweite Reichweite der Republik. 1768 wurde die Leinwand in Den Haag für 171 Gulden versteigert, zwei Jahre später für 350. Heute hängt sie in Boston als zugesagte Schenkung der Sammler Rose-Marie und Eijk van Otterloo.



