
Paul Cézanne · PD
Porträt von Antoine-Fortuné Marion
Details
Die Geschichte
Cézanne malte dieses kleine Bildnis in seiner Heimatstadt Aix-en-Provence im Süden Frankreichs. Der Dargestellte, Antoine-Fortuné Marion, war kein Maler von Beruf. Er war ein junger Naturforscher, ein Geologe, der später das Naturhistorische Museum in Marseille leiten sollte, und in diesen Jahren durchstreiften die beiden Freunde gemeinsam die trockenen Hügel um Aix, Marion las das Gestein, während Cézanne auf das Licht schaute. Auch Marion malte, als begabter Amateur, sodass das Modell genau wusste, was hier mit ihm geschah. Cézanne trug die Farbe hier weniger mit dem Pinsel als mit dem Spachtel auf, drückte sie in dicken, flachen Schollen an, wie es sein Vorbild Gustave Courbet tat, und baute den Kopf aus stumpfen Flächen statt aus weicher Modellierung. Das Ergebnis ist dunkel, dicht und etwas roh, eher einem Stück Mauerwerk verwandt als einem schmeichelnden Abbild. Über das genaue Jahr streitet die Forschung bis heute, irgendwo zwischen 1866 und 1871. Wer auf die Oberfläche schaut, sieht noch die Grate, die der Spachtel in der Farbe hinterließ.




