
Giovanni Girolamo Savoldo · PD
Bildnis eines geharnischten Kriegers
Details
Die Geschichte
Ein Mann in Rüstung stützt sich auf ein Bord, und hinter ihm fangen zwei im rechten Winkel gestellte Spiegel seinen Rücken und seine Seite auf. So sehen wir ihn zugleich von drei Seiten. Das ist keine Spielerei. Savoldo tritt damit in eine sehr lebhafte Debatte des 16. Jahrhunderts ein, den paragone, um den Vorrang von Malerei oder Skulptur. Die Bildhauer rühmten sich, man könne ihre Figuren umschreiten; Savoldo entgegnet, auch ein Bild zeige mehrere Ansichten desselben Körpers, ohne dass man um ihn herumgehen müsse. Das Spiel der Spiegelungen verweist auf ein verlorenes Werk Giorgiones. Über die Identität des Dargestellten herrscht keine Einigkeit: lange sah man in ihm den französischen Feldherrn Gaston de Foix, vorgeschlagen wurde auch ein Selbstbildnis, doch keine der beiden Deutungen ist durch Dokumente gestützt.



