
Anthony van Dyck · PD
Bildnis eines genuesischen Edelmanns
Details
Die Geschichte
Der Mann war Ende siebzig, als van Dyck ihn um 1622/23 in Genua malte. Die Gemäldegalerie nennt ihn heute Alessandro Giustiniani-Longo. Von 1611 bis 1613 war er Doge der Republik Genua, danach auf Lebenszeit ihr Prokurator und damit zuständig für die Finanzen. Das gerollte Papier in seiner Rechten und die schwarze Kappe gehören zu diesem Amt.
Mehr als 200 Jahre lang galt er als Ehemann der Dame auf dem zweiten Berliner Bildnis. Beide Leinwände hingen schon im frühen 18. Jahrhundert zusammen im Palazzo Balbi in Genua, kamen 1828 durch Vermittlung des Malers David Wilkie an den englischen Sammler und Politiker Robert Peel und gelangten 1901 gemeinsam nach Berlin. Die Forschung hat das Paar wieder getrennt. Die Frau trägt die Haartracht einer Witwe, sitzt deutlich höher im Bild als er, und eine Kopie aus dem 17. Jahrhundert zeigt, dass ihre Leinwand links einmal breiter war und erst nachträglich auf sein Format beschnitten wurde.




