
Bildnis eines Edelmannes
Details
Die Geschichte
Der junge Mann trägt sein Schwert an der rechten Seite, und daraus schließt das Museum, dass er Linkshänder war. Das passt zu dem Bild auf dem Knauf, auf dem beide Hände ruhen. Es zeigt Mucius Scaevola, den jungen Römer, der seine rechte Hand ins Feuer hielt, um einem feindlichen König die Standhaftigkeit Roms vorzuführen, und der seitdem der Linkshändige hieß. Gemalt wurde die Tafel zwischen etwa 1515 und 1520, in den Jahren, in denen Baldassare Castiglione an seinem Buch vom Hofmann schrieb, dem Leitfaden für Haltung und Auftreten des Edelmanns. Das Museum spricht bei diesem Unbekannten von einer gespielten Lässigkeit, und jedes Detail ist zum Lesen gedacht. Auf der Mütze sitzt eine Medaille mit seinem persönlichen Sinnbild, einem gezähmten Löwen, dazu der Psalmvers probasti et cognovisti, Herr, du erforschest mich und kennest mich, und über dem Tier die griechischen Buchstaben Epsilon und Tau. Wer er war, verrät nichts davon. Im 19. Jahrhundert hielt die Familie Torlonia, der das Bild gehörte, es für einen Holbein, und erst der Kunsthistoriker Adolfo Venturi schrieb es Bartolomeo Veneto zu.
