
Bildnis eines an einem Tisch sitzenden Mannes
Details
Die Geschichte
Dieses Bildnis hat ein Gegenstück in Berlin. Es ist die eine Hälfte eines Paares, die andere, eine junge Frau im Festkleid neben einem mit einem Orientteppich bedeckten Tisch, trägt die Jahreszahl 1632 und hängt in der Gemäldegalerie. Solche Bildnispaare entstanden oft zur Hochzeit, und Alter und Putz der Frau sprechen auch hier dafür, auch wenn keiner der beiden Dargestellten identifiziert ist.
Noch 1889 waren die beiden Tafeln in Paris beisammen, als die Sammlung des Industriellen Eugène Secrétan versteigert wurde. Danach trennten sich ihre Wege. Der Mann gelangte über den Kunsthändler Charles Sedelmeyer zum Bankier Rodolphe Kann, mit dessen Vermächtnis er 1905 in den Louvre kam.
De Keyser zeigt ihn in Schwarz mit Spitzenkragen und Hut, an einem bedeckten Tisch mit Büchern und Papieren sitzend, die ganze Gestalt auf einer Tafel von weniger als 80 Zentimetern Höhe. Eines der Bücher trägt eine Inschrift, die bislang niemand entziffern konnte. Louis Demonts, Kurator am Louvre im frühen 20. Jahrhundert, berichtete von einer Signatur und einem Datum auf der Tafel, doch heute ist weder das eine noch das andere zu finden.

