
Anthony van Dyck · PD
Bildnis eines Mannes
Details
Die Geschichte
Als das Gemälde 1923 bei Christie's in London versteigert wurde, hieß es Bildnis des Anton Triest, und Calouste Gulbenkian kaufte es unter diesem Namen. Der Name hielt der Prüfung nicht stand. Triest war Bischof von Gent, und der Mann auf dem Bild trägt keinerlei geistliche Kleidung. In älteren Unterlagen wiederum heißt er Nicolas. Das Museum in Lissabon führt den Dargestellten heute schlicht als unbekannt.
Was sich über ihn sagen lässt, steckt im Beiwerk. Er trägt keinen Degen, was eher für einen wohlhabenden Bürger als für einen Adligen spricht, und seine Hand ruht auf einem spanischen Ledersessel mit Ziernägeln. Dieser Sessel gehörte um 1620 zum festen Inventar von van Dycks Antwerpener Werkstatt. Er taucht im Bildnis des Tiermalers Frans Snyders wieder auf, das heute in der Frick Collection in New York hängt. Lissabon datiert das Gemälde auf etwa 1620 oder 1621, andere Stimmen setzen es später an, in van Dycks italienische Jahre.




