
Paolo Veronese · PD
Bildnis einer Venezianerin, genannt La Bella Nani
Details
Die Geschichte
Wer sie wirklich war, weiß niemand. Der Beiname „la Belle Nani“ stammt von den Nani, einer venezianischen Familie, in deren Besitz das Bild lange nach seiner Entstehung gewesen sein soll; daraus schloss man, die Dargestellte sei eine von ihnen gewesen, ganz ohne Beleg. Veronese malte sie um 1560, in einem Venedig, das von Handel und Luxus lebte, und kleidete sie entsprechend: blauer Samt, bestickte Ärmel, ein weiter Ausschnitt nach der Mode des Patriziats. Der Ring an ihrer Hand und die zurückhaltende Haltung sprechen für eine verheiratete Frau, auch wenn andere in ihr eine Kurtisane oder schlicht ein Bild idealer Schönheit sahen. Die Formel stammt von Tizian: Halbfigur vor dunklem Grund, die Hand neben einem Tisch mit anatolischem Teppich. Heute hängt sie im Louvre, und wir nennen sie noch immer nach denen, die sie besaßen, nicht nach ihr selbst.




