Bildnis eines alten Mannes (Pius Joachim)

Bildnis eines alten Mannes (Pius Joachim)


Details

Jahr
1475
Technik
Mischtechnik

Die Geschichte

1512 kam dieses schon rund 37 Jahre alte Bildnis in die Hände eines jungen Theologiedoktors, Balthasar Hubmaier, der noch längst nicht der radikale Reformator war, zu dem er wurde. Zu sehen ist ein gewöhnlicher alter Mann mit Pelzmütze und Brille, eine Gebetsschnur in der Hand, dessen Name längst vergessen ist. Hubmaier machte einen Heiligen aus ihm. Er ließ einen goldenen Nimbus hinter den Kopf setzen und schrieb auf die Rückseite der Tafel eine lateinische Widmung an den heiligen Joachim, den Vater der Jungfrau Maria. Darin nennt er sein eigenes Alter, 27 Jahre und 17 Tage, und das Datum im Spätsommer 1512. Der Name auf der Vorderseite, Pius Joachim, stammt aus dieser Widmung. Später führte Hubmaier eine täuferische Gemeinde und wurde 1528 in Wien verbrannt. Die Brille verrät den ursprünglich Dargestellten, ein weltliches Detail, das kein Maler jener Zeit einem biblischen Heiligen gegeben hätte.

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