
Bildnis der Anna von Ungarn und Böhmen
Details
Die Geschichte
Als Hans Maler um 1519 dieses Bildnis malte, war die Dargestellte schon seit vier Jahren eine Habsburger Braut. Bei der Wiener Doppelhochzeit im Juli 1515 hatte Kaiser Maximilian, damals 56, die 12-jährige Anna im Stephansdom stellvertretend für einen seiner Enkel geheiratet. Sie war die Tochter König Wladislaws von Ungarn und Böhmen und lebte inzwischen am Innsbrucker Hof. Im Januar 1519 starb Maximilian, und Erzherzog Ferdinand, der Enkel, der an seine Stelle treten sollte, hielt sich noch in den Niederlanden auf. Getraut wurden die beiden erst 1521 in Linz.
Maler zeigt Anna vor hellblauem Grund, mit einem Hut voller Broschen und einer Feder. Noch im selben Jahr schuf der Nürnberger Erhard Schön ein Druckblatt nach dieser Tafel, und dessen Inschrift liefert die Datierung des Gemäldes. Infrarotaufnahmen zeigen, dass Maler ihr zuerst eine Rose zwischen die Finger gezeichnet hatte, die er dann nie ausgemalt hat.

