
Bildnis von Antoine-Denis Chaudet
Details
Die Geschichte
Die Malerin und ihr Modell waren Mann und Frau. Um 1802 porträtierte Jeanne-Élisabeth Chaudet ihren Gatten, Antoine-Denis Chaudet, einen der führenden französischen Bildhauer der napoleonischen Jahre, den Schöpfer jenes offiziellen Napoleon-Bildes, das in Marmor und Bronze durch das Kaiserreich ging. Vor der Heirat hatte sie zum Teil bei ihm gelernt, außerdem bei Jacques-Louis David, dem tonangebenden Maler der Zeit. Ihr Ruf beruhte vor allem auf zärtlichen Szenen mit Kindern und Tieren, sodass das ernste Bildnis eines Fachkollegen für sie einen Wechsel der Tonart bedeutete. Schon als Gegenstand ist es ungewöhnlich: das Bildnis eines Künstlers, gemalt von seiner eigenen Frau. Es stammt aus dem Konsulat, als Napoleon Frankreich regierte, sich aber noch nicht zum Kaiser gekrönt hatte. Der Bildhauer starb 1810, und seine Witwe malte und stellte noch jahrzehntelang im Pariser Salon aus.