
Andrea Mantegna · PD
Bildnis des Carlo de' Medici
Details
Die Geschichte
Jahrhundertelang folgte das italienische Bildnis der antiken römischen Münze und zeigte den Dargestellten im strengen Profil. Dieses wendet sich uns zu. Andrea Mantegna malte den Kopf im Dreiviertelprofil, sodass der Blick den unseren fast trifft, eine Sehweise, die eben erst über die flämischen Maler des Nordens nach Italien gekommen war. Der Mann gilt als Carlo de' Medici, unehelicher Sohn Cosimos des Älteren, des Herrn von Florenz, geboren von einer tscherkessischen Sklavin, was manche mit seinen ungewöhnlich hellblauen Augen verbinden. Er trägt das schlichte dunkle Gewand eines Protonotars, eines hohen päpstlichen Amtsträgers, das Amt hatte er ab 1463 inne. Mantegna gibt ihm kein Gold und keinen Hintergrund, nur ein schmuckloses, ernstes Gesicht, studiert wie ein Stück gehauener Stein.




