
Bildnis Johanns des Guten, Königs von Frankreich
Details
Die Geschichte
Im September 1356 geriet König Johann II. von Frankreich, genannt der Gute, in der Schlacht von Poitiers in englische Gefangenschaft, aus der er erst 1360 freikam. In dieselben Jahre, um 1355 bis 1360, datiert der Louvre dieses Bildnis. Es ist das älteste erhaltene eigenständige Tafelbildnis der französischen Malerei, das Porträt eines einzelnen Menschen, das für sich allein steht, außerhalb jedes Altars und jeder Handschrift. Der König erscheint in strengem Profil vor Goldgrund, wie ein Herrscherkopf auf einer Medaille, ohne Krone. Der unbekannte Maler gab ihm eine lange Nase, einen schweren Kiefer und einen kurzen rötlichen Bart. Die Inschrift oben, „Jehan Roy de France“, wurde wohl später hinzugefügt. Die Tafel wurde im Schloss Oiron im Poitou gefunden, gehörte dann dem Sammler Roger de Gaignières und wurde 1717 aus dessen Versteigerung für die königliche Bibliothek zurückgehalten.