
Marie-Guillemine Benoist · PD
Bildnis der Madeleine
Details
Die Geschichte
Als Benoist dieses Bildnis im Salon von 1800 zeigte, durchlebte Frankreich eine eigentümliche Zwischenzeit: Der Nationalkonvent hatte die Sklaverei in den Kolonien 1794 abgeschafft, und Napoleon hatte sie noch nicht wiederhergestellt, was er 1802 tun sollte. Genau in dieser Spanne saß eine Frau aus Guadeloupe, die im Haushalt der Malerin diente, für dieses Bild Modell. Fast zwei Jahrhunderte lang nannte man es nur "Bildnis einer Negerin"; heute wissen wir, dass sie Madeleine hieß, und ihr Name gibt dem Werk den Titel. Auf einem vergoldeten Sessel sitzend, in weißem Kleid mit rotem Band und einem Tuch um den Kopf, blickt sie den Betrachter mit ruhiger Festigkeit an. Der französische Staat erwarb das Gemälde 1818.
