
Porträt Papst Julius' II.
Details
Die Geschichte
Raffael malte Julius II. um 1511, und als die Tafel in Santa Maria del Popolo in Rom öffentlich zu sehen war, sollen die Betrachter erschrocken sein, so lebendig wirkte dieser Papst, der sitzt und nachdenkt, statt im Profil zu posieren. Von da an wurde das Bildnis kopiert, und irgendwann ließen sich die Fassungen kaum noch auseinanderhalten. Die Tafel der National Gallery in London galt bis 1970 als Kopie der Florentiner Fassung, dann wiesen Röntgenaufnahmen, eine falsch gelesene Inventarnummer und eine Reinigung sie als Raffaels Original aus. Die Florentiner Leinwand, die diesen Rang damit verlor, stammt aus Raffaels Werkstatt, entstand wohl für den Hof der della Rovere in Urbino, kam über das Erbe der Vittoria della Rovere an die Medici und hängt im Saturnsaal dieser Galerie. Das Bild hier ist eine weitere Kopie, geführt im gesonderten Inventar der Kunstgegenstände des Pitti und im Depot verwahrt. Ältere Kataloge verbinden es mit Giulio Romano, Raffaels wichtigstem Schüler, und unter dieser Zuschreibung war es 2022 in einer Ausstellung zu sehen.




