
Giovanni Boldini · PD
Bildnis des Robert de Montesquiou
Details
Die Geschichte
Im Paris des Jahres 1897 gibt der Graf Robert de Montesquiou in den Salons den Ton an: Dichter, Sammler und Dandy von Beruf, dessen Eleganz bestimmt, was gerade als schön gilt. Boldini, der gefragteste Porträtist der Stadt, zeigt ihn stehend, mit einer einstudiert lässigen Drehung, die Hand auf einen Stock gestützt, den er fast wie ein Zepter hält. Wenige Jahre zuvor hatte ihn schon Whistler gemalt, ganz in Schwarz; hier ist die Geste mondäner und schwungvoller. Montesquiou war eines der Vorbilder für den Baron de Charlus in Marcel Prousts Roman, und dieser hochmütige, leicht müde Zug liegt im Blick. Alles Licht sammelt sich im Graublau des Hintergrunds und im Glanz der Manschette.

