
Ambrogio Lorenzetti · PD
Darbringung im Tempel
Details
Die Geschichte
1342 entstand diese Tafel für einen Altar im Dom von Siena, als Teil eines Marienzyklus, über dem lange Duccios Maestà stand. Ambrogio Lorenzetti verlegt die Szene aus dem Lukasevangelium in eine Architektur, die seiner eigenen Gegenwart nahesteht. Der Tempel von Jerusalem erscheint als gotische Kirche mit bemalten Gewölben, Glasfenstern und einem Marmorboden, dessen Linien in die Tiefe laufen. In der Mitte reicht Maria das Kind dem greisen Simeon. Rechts steht die Prophetin Hanna mit einer Schriftrolle, links hält sich Josef etwas abseits. Die Tafel ist signiert und datiert, was bei Lorenzetti selten ist. Trotz aller Feierlichkeit gibt es sehr konkrete Einzelheiten, vor allem das Kind, das am Daumen saugt und die Beine unruhig bewegt.

