
Ptolemäus
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Die Geschichte
In den 1470er Jahren ließ Federico da Montefeltro, der Berufssoldat, der über Urbino herrschte, in seinem Palast ein kleines Studierzimmer ausstatten. Die unteren Wände sind mit Intarsien verkleidet, die halb offene Schränke voller Bücher, Instrumente und Rüstungsteile vortäuschen. Darüber hingen in zwei Reihen 28 Bildnisse berühmter Männer, jeweils mehrere auf einer Tafel, von Platon und Aristoteles bis zu Dante und Federicos eigenem Lehrer Vittorino da Feltre. Ptolemäus war einer von ihnen.
Die lateinische Inschrift auf der Brüstung nennt ihn Claudius Ptolemäus aus Alexandria, den Astronomen und Geographen des 2. Jahrhunderts, dessen Weltsystem und dessen Karten zu Federicos Zeit noch immer als maßgeblich galten. Er hält eine Armillarsphäre, ein Modell der Himmelskreise aus Metallringen. Und er trägt eine Krone über dem Turban. Mittelalterliche Autoren verwechselten ihn oft mit den Ptolemäern, den griechischen Königen Ägyptens, und die Maler setzten ihm noch lange danach eine Krone auf.
Der Louvre schreibt die Tafel zwei Malern zu, Justus van Gent, dem flämischen Meister, den Federico nach Urbino geholt hatte, und dem Spanier Pedro Berruguete. Eine verbreitete Deutung lautet, Justus habe die Figur begonnen und Berruguete sie vollendet.
Später kam die Folge zu den Barberini nach Rom, und 1644 waren die Tafeln bereits in einzelne Bildnisse zersägt. 1812 wurde sie bei einer Erbteilung getrennt. Die 14 Bilder, die über die Familie Colonna di Sciarra an den Sammler Giampietro Campana gingen, wurden 1861 für den Louvre gekauft. Die übrigen 14 kehrten 1934 nach Urbino zurück und hängen seit 1983 wieder im Studiolo.


