
Amedeo Modigliani · PD
Liegender Akt mit verschränkten Händen
Details
Die Geschichte
Als Student in Florenz und Venedig hatte Modigliani viel nach dem Akt gearbeitet. In Paris ließ er das Thema dann jahrelang liegen. In den Ateliers der Avantgarde am Montparnasse galt der Akt als akademisch, als Sache der Kunstschulen und des offiziellen Salons. Erst nach seiner langen Reihe von Karyatiden, kauernden Gestalten, die eine Last tragen, kehrte er zu ihm zurück, und es entstanden die großen liegenden Akte. Dieser ist einer davon. Das Modell liegt halb aufgerichtet auf einem Sofa, die Hände ineinander verschränkt. Die Pinakothek macht auf die dunkle Linie aufmerksam, die den Körper umfährt und ihn von den Farbflächen ringsum trennt, die so breit gesetzt sind, dass sie fast abstrakt wirken. Datiert wird das Bild auf die Jahre zwischen 1917 und 1919. Es gehört zu der Werkgruppe aus der Wohnung in der Rue Joseph-Bara, die sein Händler Léopold Zborowski 1916 gemietet hatte, damit Modigliani sich ganz aufs Malen konzentrieren konnte.




