
Hans Memling · PD
Johannes der Täufer (Rückseite: Totenkopf)
Details
Die Geschichte
Diese kleine Tafel entstand für das private Gebet, vermutlich um 1470 in Brügge, als die Stadt zu den reichsten Handelsplätzen Nordeuropas zählte und Memling ihr gefragtester Maler war. Auf der Vorderseite steht Johannes der Täufer in einer grünen Landschaft, das Lamm zu seinen Füßen, das Zeichen, mit dem er auf Christus wies. Dreht man die Tafel um, findet man einen Totenschädel, gemalt in einer steinernen Nische. Genau darin lag der Sinn der Rückseite: War das Diptychon zugeklappt, sah der Besitzer diesen Schädel, eine nüchterne Mahnung an den Tod, um sich vor dem Gebet zu sammeln. Die andere Hälfte, eine Veronika, ist heute in Washington. Um 1500 gehörten beide Tafeln den Bembo, venezianischen Patriziern, und so trug ein Brügger Andachtsstück am Ende einen venezianischen Namen.




