
Francisco Goya · PD
Saturn verschlingt seinen Sohn
Details
Die Geschichte
Zwischen 1819 und 1823 bemalte der fast 70-jährige, ertaubte Goya die Wände seines Landhauses vor den Toren Madrids mit einer Reihe düsterer Bilder, die man später die schwarzen Gemälde nannte. Er malte sie für niemanden, ohne Auftrag, direkt auf den Putz seiner eigenen Wohn- und Esszimmer. Spanien lag damals nach dem Krieg gegen Napoleon und der Rückkehr eines reaktionären Königs am Boden, und Goya, einst gefeierter Hofmaler, hatte sich fast ganz zurückgezogen. Dieses Bild zeigt den Titanen Saturn aus der antiken Sage, der seine eigenen Kinder verschlingt, weil ihm geweissagt wurde, eines von ihnen werde ihn stürzen. Goya gibt ihm aufgerissene, wahnsinnige Augen und lässt ihn den blutigen Körper mit bloßen Händen zerreißen. Erst Jahrzehnte nach Goyas Tod wurden die Malereien mühsam von den Wänden abgenommen und auf Leinwand übertragen, wobei manches verloren ging, und gelangten in den Prado. An der Stelle, wo heute nur Schwarz ist, könnte das Original noch eine weitere, bei der Übertragung verschwundene Einzelheit gezeigt haben, wie eine frühe Aufnahme vermuten lässt.





