
Edvard Munch · PD
Sitzender Akt
Details
Die Geschichte
1902 war eines der schlimmsten Jahre in Munchs Leben. In jenem Sommer endete in seinem Häuschen an der norwegischen Küste ein Streit mit Tulla Larsen, der Frau, mit der er verlobt war und die er weder heiraten noch verlassen konnte, mit einem Pistolenschuss: eine Kugel fuhr ihm durch die linke Hand. Den Finger bekam er nie wieder ganz in Ordnung. Diesen sitzenden Akt malte er im selben Jahr, und nichts davon ist ihm anzusehen. Ein Modell in einem warmen Interieur, der Körper in Weiß und zartem Pfirsichton aufgebaut, dahinter ein Raum aus freier, wechselnder Farbe, die Haltung ruhig und in sich gefasst. Die Frau war sein großes Thema durch die ganzen 1890er gewesen, und der Zusammenbruch der Sache mit Larsen lastete nur schwerer darauf. Heute hängt das Bild in Hannover, im Sprengel Museum, unter den deutschen Malern, die von Munch ausgingen.




