
Anthony van Dyck · PD
Selbstbildnis als Ikarus mit Daedalus
Details
Die Geschichte
Van Dyck war um 1618 etwa 19 Jahre alt und arbeitete in Antwerpen noch an der Seite von Rubens, dem Maler, der die Stadt beherrschte, als er Ikarus sein eigenes Gesicht gab. Kurz zuvor hatte er sich rechtlich von seinem Vater gelöst. Christopher Atkins, Direktor des Center for Netherlandish Art am Museum, liest das Bild vor diesem doppelten Hintergrund: Ein Sohn steht im Begriff, den Vater zu verlassen, und ein junger Maler sucht seinen Weg weg vom Lehrer.
Bei Ovid baut Daedalus, der Erfinder, den König Minos auf Kreta gefangen hält, Flügel aus Federn und Wachs und warnt den Sohn, weder zu tief zu fliegen, wo die Gischt sie durchnässt, noch zu hoch, wo die Sonne sie schmilzt. Hier bindet der Alte dem Jungen gerade einen Flügel an die Schulter. Ikarus legt ihm die Hand auf den Kopf und sieht an ihm vorbei.
Der Sturz des Ikarus, der in Brüssel unter Bruegels Namen hängt, ist eine weite Landschaft mit einem Pflüger, und von Ikarus sieht man nur zwei Beine, die im Meer versinken. Van Dyck räumt fast alles fort bis auf die beiden Figuren. Die Eigentümer, Rose-Marie und Eijk van Otterloo, liehen die Leinwand mehrere Jahre der Yale University Art Gallery, bevor sie 2022 in die Bostoner Sammlung einging.




