
Sofonisba Anguissola · PD
Selbstbildnis an der Staffelei
Details
Die Geschichte
Um 1556 gab es kaum Frauen, die sich Malerin von Beruf nennen konnten, und Sofonisba Anguissola malte dieses Selbstbildnis auch, um genau das zu behaupten: dass sie eine war. Sie zeigt sich vor der Staffelei, den Pinsel in der einen Hand, den Malstock, der die andere stützt, mitten im Strich an einer Madonna mit Kind. Nichts ist dem Zufall überlassen. Sie trägt das schlichte Schwarz einer tugendhaften Edelfrau aus Cremona, und das Bild im Bild ist eine fromme Szene, ein für eine Frau schicklicher Gegenstand. Vom Werkstattlernen und vom Aktstudium ausgeschlossen, hatte sie sich privat ausgebildet, in der eigenen Familie. Wenige Jahre später trug ihr Ruf sie bis nach Madrid, an den Hof Philipps II., als Hofdame und Malerin.




