
Selbstbildnis im Atelier
Details
Die Geschichte
Die meisten Selbstbildnisse enden beim Gesicht des Malers. Dieses lässt uns in den Raum. Michelangelo Cerquozzi malt sich an der Staffelei seines römischen Ateliers, den Pinsel erhoben, und im Vordergrund kniet sein Modell, ein alter Mann mit nacktem Oberkörper an einem Lesepult. Es ist ein bezahltes Modell, das für eine Figur des heiligen Hieronymus posiert, jenes gelehrten Einsiedlers, den man oft halb entblößt zwischen seinen Büchern zeigt. So sehen wir zu, wie ein Bild nach dem Leben entsteht: aus dem gewöhnlichen Mann im Atelier wird ein Heiliger auf der Leinwand. Cerquozzi trug zu Lebzeiten zwei sehr verschiedene Beinamen, einen für seine Schlachtenbilder und einen für seine kleinen Szenen des römischen Straßenlebens. Hier zeigt er einfach, wie die Arbeit gemacht wurde. Die Uffizien kauften das Bild erst 2017.