
Sitzende Frau im Simultankontrast
Details
Die Geschichte
Der Titel nennt das Thema gleich mit. Um 1908 setzte Hölzel eine Frau in einem blassen, grünlichen Kleid vor eine dunkle Wand, hinter ihr flache Formen in kräftigem Grün, fast wie ausgeschnittenes Papier, daneben kleine blaue Flecken. An Schultern, Armen und Händen entlang läuft eine dünne rotorange Linie, die Komplementärfarbe zu all dem Grün.
Der Begriff Simultankontrast geht auf den französischen Chemiker Michel-Eugène Chevreul zurück. Ab 1824 leitete er die Färberei der Pariser Gobelin-Manufaktur, und dort hieß es, manche der teuren Garne wirkten stumpf. Chevreul fand an den Farbstoffen nichts auszusetzen. Es war die Farbe daneben, die sie veränderte. 1839 veröffentlichte er sein Gesetz vom simultanen Kontrast, nach dem jede Farbe ihre Nachbarin mit ihrer eigenen Komplementärfarbe tönt.



