
Hans Memling · PD
Der heilige Hieronymus
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Die Geschichte
Hieronymus war der Gelehrte, der um das Jahr 400 die Bibel in jenes Latein übertrug, das der Westen Europas die folgenden tausend Jahre lesen sollte. Zu Memlings Zeit zeigte man ihn lieber nicht am Schreibpult, sondern als Einsiedler in der Wildnis, kniend und mit einem Stein die eigene Brust schlagend. So erscheint Hieronymus auf dieser kleinen Tafel von 1485, einem Bild für das private Gebet, nicht für die Kirchenwand. Der Löwe seiner Legende leistet ihm Gesellschaft, das Tier, dem er der Überlieferung nach einen Dorn aus der Tatze zog und das ihm danach wie ein Hund folgte. Hinter dem Knienden öffnet sich das Land in stille Hügel und ein Stück Wasser, gewöhnliche flämische Landschaft hinter einem Mann, der die Welt verlassen hatte. Die ganze Tafel misst keinen Meter in der Höhe.




