
Heiliger Johannes von Rila und das Kloster German
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Die Geschichte
Um 1870 war die Stadt Samokow in den Bergen südlich von Sofia zu einer der großen Werkstätten der bulgarischen Wiedergeburt geworden und brachte gemalte Ikonen, geschnitzte Ikonostasen und gedruckte Bilder hervor. Dieser Holzschnitt gehört zur letzten, billigsten Art. Er zeigt den heiligen Johannes von Rila, den Einsiedler des 10. Jahrhunderts, der das Rila-Kloster gründete und als Schutzpatron Bulgariens verehrt wird, daneben das German-Kloster bei Sofia, das ebenfalls sein Andenken bewahrt. Ein Holzschnitt ließ sich vielfach abziehen und für wenig Geld verkaufen, sodass ein Bild, das einst eine Wallfahrt ins entlegene Gebirge bedeutete, nun in einer gewöhnlichen Stube hängen konnte. Bulgarien stand noch unter osmanischer Herrschaft, als dieses Blatt entstand, acht Jahre vor der Unabhängigkeit.