
Pieter Claesz · PD
Stillleben mit Truthahnpastete
Details
Die Geschichte
Alles auf diesem Tisch von 1627 ist eine kleine Prahlerei damit, wie weit die holländischen Schiffe nun fuhren. In der Mitte eine Pastete, gekrönt von Kopf und Schwanzfedern eines Truthahns, eines Vogels aus Amerika, der eben erst auf die europäischen Tische gekommen war. Ringsum legt Claesz Austern aus Zeeland aus, eine chinesische Porzellanschale, ein Nautilusgehäuse aus pazifischen Gewässern, Zitronen und Oliven, die einen holländischen Winter nie überstanden hätten. Es war das Amsterdam nahe dem Gipfel seiner Handelsmacht, und ein wohlhabendes Haus brüstete sich damit eher mit einem beladenen Tisch wie diesem als mit Bildnissen. Claesz malte ihn fast in Lebensgröße und fast auf Augenhöhe, sodass die Speisen direkt vor einem liegen, halb verzehrt, die Zitrone schon in einer losen Spirale geschält.