
Geschichten der heiligen Barbara
Details
Die Geschichte
Die Legende der heiligen Barbara spielt im Römischen Reich der frühen Christen, Giolfino aber verlegt sie in seine eigene Stadt. In der Mitte der langen, schmalen Tafel erkennt man die Piazza dei Signori in Verona. Links steht die Loggia del Consiglio, der Arkadenbau, den der Stadtrat zwischen 1476 und 1493 errichten ließ. Daneben die zinnenbekrönten Paläste der einstigen Scaliger, damals Sitz der venezianischen Statthalter, und hinter einem Bogen das Grabmal Mastinos II. della Scala.
Die Geschichte läuft von links nach rechts. Barbaras heidnischer Vater sperrt die Tochter in einen Turm, weil sie Christin geworden ist. Sie entkommt durch ein Wunder, wird gefasst, und ein römischer Präfekt verurteilt sie zur Folter, die sie unversehrt übersteht. Man führt sie nackt durch die Straßen, doch ein Engel steigt herab und bedeckt sie. Zuletzt verurteilt der Kaiser sie zur Enthauptung, der eigene Vater vollstreckt das Urteil, und in der letzten Szene verbrennt ihn ein Blitz.
Das Museum bezeichnet die Tafel als Predella, als Streifen kleiner Szenen unter einem Altarbild, und datiert sie um 1530. Andere Forscher zählen sie zu den kleinen Bildern, die Giolfino für Truhen und Bettstirnen malte.

