
Verkündigung an die heilige Anna
Details
Die Geschichte
Anna, die Mutter Marias, sitzt auf einer Bank in einem schmalen, nach vorn offenen Gehäuse. Sie trägt Schleier und Kinntuch und legt eine Hand an die Brust. Draußen auf dem Rasen steht ein Engel mit tiefroten Flügeln und weist mit der Rechten auf sie. Die Szene stammt aus dem Protevangelium des Jakobus, einer Schrift des 2. Jahrhunderts, die nie in die Bibel aufgenommen wurde. Dort sitzt die lange kinderlose Anna in ihrem Garten unter einem Lorbeerbaum, entdeckt ein Spatzennest und klagt, sogar die Vögel hätten Junge. Dann tritt ein Engel zu ihr und verkündet, sie werde empfangen. Der Maler, tätig um 1420 bis 1425, ließ Garten, Baum und Nest weg. Geblieben sind nur Tür, Bank und die erschrockene Geste. Die Tafel war die Außenseite eines Altarflügels, also das Bild, das man bei geschlossenem Altar sah.
