
Das Gastmahl des Ahasveros
Details
Die Geschichte
Um 1490 war dies kein Bild für die Wand. Es gehörte zur bemalten Ausstattung eines florentinischen Brautgemachs, eine lange Tafel, eingelassen in eine Hochzeitstruhe oder in die Wandtäfelung im Haus einer wohlhabenden Familie. Das Thema war mit Bedacht gewählt, zur Belehrung der Braut. Es stammt aus dem Buch Ester: Die junge Jüdin wurde zur Frau des persischen Königs Ahasver und rettete mit ihrer Stellung ihr Volk. Hier beginnt die Geschichte erst, mit dem Gastmahl des Königs in den Palastgärten. Eine Weinpergola, die Zelte der Heerführer mit reichen Vorhängen, fantasievolle Kopfbedeckungen und viel Gold sollten einen fernen Orient heraufbeschwören. Die Werkstatt des Jacopo del Sellaio war auf genau solche Hochzeitsmöbel spezialisiert. Später wurde der Zyklus zerteilt, und die zugehörigen Tafeln befinden sich heute im Louvre und in Budapest.